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EXISTENZGRÜNDUNG UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNG

Unternehmensberater

Unternehmensberater

Die Konjunkturabhängigkeit der Branche galt bisher als relativ gering. Wirtschaftlich gute Zeiten bringen den Beratern neue Mandanten, wie beispielsweise Existenzgründer. Aber auch in Rezessionszeiten sind Beratungsleistungen gefragt: Unternehmen brauchen Krisenmanagement.
Davon profitieren seit geraumer Zeit allerdings vorwiegend die großen, internationalen Beratungsgesellschaften. Die kleinen und mittleren Beratungsfirmen leiden dagegen unter dem Sparzwang vor allem der mittelständischen Wirtschaft. Manch spezialisierter Berater wartet schon Monate auf neue Aufträge, und wenn sie kommen, beträgt ihr Umfang vielleicht noch ein bis drei Monate.

Die Existenzgründung als Unternehmensberater gilt auch in guten Zeiten als riskant. Fast 60 Prozent der Berater müssen innerhalb von fünf Jahren nach der Gründung wieder aufgeben. Die Risiken liegen häufig in fachlichen oder betriebswirtschaftlichen Defiziten der Berater. Und: Auch ein geglückter Start in die Selbständigkeit kann unglücklich enden, wenn allzu viele Akquisitionen bei beratungsbedürftigen, aber zahlungsunfähigen Unternehmen getätigt werden. Die Branche klagt allgemein über die schlechte Zahlungsmoral der Kunden und große Außenstände. Die kann sich ein Gründer am wenigsten leisten.

Profis aus der Branche, die bereits in einer Unternehmensberatungsfirma gearbeitet haben, besitzen die besten Startchancen. Sie verfügen neben der ausreichenden Qualifikation meist über gute Kontakte zu potenziellen Auftraggebern oder wichtigen Organisationen. Zum Teil starten sie auch mit
einem Auftragsbestand für die Anfangszeit und der begründeten Hoffnung auf Beratungsaufgaben vom bisherigen Arbeitgeber.

Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) gibt es in Deutschland ca. 14.400 Gesellschaften für klassische Unternehmensberatung bzw. selbständige Berater (2004). Die meisten davon dürften "Einzelkämpfer" sein, zählt der Bundesverband der Freien
Berufe doch insgesamt rund 20.000 Selbständige in diesem Berufsfeld. Den 25 umsatzstärksten Consulting-Firmen mit einem Marktanteil von zusammen einem Drittel steht eine große Zahl kleiner und mittlerer Unternehmen gegenüber, die wirtschaftlich zu kämpfen haben.

Das Statistische Bundsamt erfasst in der Branche rund 52.500 Selbständige und Unternehmen mit einem Nettoumsatz von zusammen gut 20 Mrd. EUR (2004), darin enthalten auch etliche spezialisierte unternehmensnahe Dienstleister. Nach jüngsten Erhebungen des Handelsblatts liegen die Schwerpunkte der Unternehmensberatung im engeren Sinne derzeit vor allem in der Prozessoptimierung (70%), der Strategieberatung (51%), Expansionsbegleitung (14%) und Krisenbewältigung (13%). Wichtigste Auftraggeber sind Industrieunternehmen (ein knappes Drittel der Aufträge), gefolgt vom Kredit- und Versicherungsgewerbe (etwa ein Viertel), das allerdings die Aufträge in letzter Zeit deutlich zurückfährt. Eher rückläufig die Beratungen für Medien sowie IT- und Telekommunikationsunternehmen (8,5% aller Beratungsleistungen).

Zunehmend entdecken die Berater die öffentliche Hand als Auftraggeber (2004 nahezu 10% des Marktes: E-Government und Private Public Partnership ersetzen als Umsatzträger nun E-Business. Waren hier bisher vorwiegend Einzelkämpfer und kleinere Beratungsfirmen tätig, beraten auch die Branchengrößen nunmehr Gemeinden, Behörden oder Krankenhäuser dabei, die Verwaltungsstrukturen effizienter zu gestalten. Konkurrenz besteht nicht nur durch andere Unternehmensberater, insbesondere die großen internationalen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften.

Für die beratenden Berufe haben sich aus dem EU-Binnenmarkt eine Reihe von Veränderungen ergeben. Existenzgründer sollten dies in ihrem Konzept berücksichtigen. Alle beratenden Berufe müssen sich darauf einstellen, dass
zunehmend internationale Beratungsleistungen gefragt sind (z.B. im EU-Gesellschaftsrecht). Spezialisierte Berater (EU-Recht, einzelne Länder) sind gesuchte Fachleute. In diesem Zusammenhang werden Kanzleien und Beratungsbüros mit europäischer Zusammensetzung besonders gute Chancen eingeräumt. Kenntnisse mindestens einer Fremdsprache sind dafür unabdingbar.

Die Berufsbezeichnung Unternehmensberater ist nicht geschützt. Jeder darf sich Unternehmensberater nennen, ohne besondere Qualifikationen aufweisen zu müssen.

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